Pinzetten radln oder warum Selbstheilung keine gute Sache ist
Es war morgen früh und ziemlich kalt. Ich war auf dem Weg ins CycleFit an der Uni. Das wuerde man wohl als Spinning bezeichnen in der Schweiz und hat nichts mit Webstüblern zu tun. Ich hatte (und habe) da noch nie mitgemacht hier. 8.15 fängt es an und ich wollte einen frühen Start in den Tag um nachher mit der Masterarbeit weiterzumachen und nicht im Bett liegenzubleiben.
Mit vollem Tempo Highburgh road hinunter und ueber die Kreuzung mit Byres Road. Wie gewohnt bei Rot. Dann machte es plötzlich Pfuus und andere Kratzgeräusche und die Luft war null komma nichts draussen. Vollbremsung eingelegt, die Angst war mir im Nacken da ich nicht wusste was mir geschah. Aber der schlaffe Reifen liess keine Interpreation offen. Ein Loch.
Ein paar Tage zuvor hatte ich ein Loch in Frances’s Velo geflickt, ich war also geübt. Und wusstet ihr, dass einem dazu geraten wird eine Pinzette zu benützten, um etwaige Scherbenreste aus dem Schlauch zu entfernen. Macht noch Sinn, da man sie entweder leicht übersehen kann, oder sich einfach die Fingerbeeren zerfurchen könnte.
Ich staunte jedoch nicht schlecht, also ich beim Stossen ein blechernes Geräsch hörte. Beim näher anschauen stiess ich auf eine Pinzette, die tief in meinem Rad steckte. Rausgenommen und eingepackt. Sie war ganz verbogen, hat es also nicht überlebt. Wie die Bienen beim Stechen.
Am nächsten Morgen beim flicken dann sah ich dass ich 2 Löcher hatte. Einmal rein und wieder raus. Flugs geflickt und den Schlauch aufgepumpt. Nur dass sich dieser nicht so einfach aufpumpen liess und ich ein 3tes Loch fand. Eine PanzerPinzette muss ich dazu sagen. Auch dieses geflickt und seitdem radle ich wieder fröhlich umher. Habe jetzt einen 4loch Schlauch am Hinterrad und bin zum geübten Schlauchflicker geworden.