Snowboarding in the Rain

Beim Rückflug aus der Schweiz in die Gebirge Schottland hatte ich in weis(s)er Voraussicht alle meine Snowboardsachen mitgenommen (ausser mein Brett) da ich wusste dass ein paar wagemutig Kajaker sich auch mal auf gefrorenes Wasser wagen würden.

Und so ging es dann am Mitte Januar an einem frühen Sonntagmorgen los. Da nicht ganz mobil musste ich zuerst zu den Autos finden und dann ging es in 3er Karawane los. War ganz froh dass ich nicht fahren musste und noch ein bisschen Schlaf nachtanken konnte. Kurz nach Glasgow fing es dann zu regnen an und von Schnee keine Spur. Glasgow liegt auch relativ tief dachte ich und hoffte dass der Regen weiter oben in Schnee umschlagen würde und wir auf Pulver boarden könnten.

Etwa 2,5 Stunden Fahrt waren angesagt. Ziel waren die Hügel des Ben Nevis, des höchsten Berges in Schottland. Auf dem Weg dorthin passierten wir auch eine gespenstische Hochmoorlandschaft. Ganz düster, mit schwarzen Moorflecken und Tümpeln und auf den Hügeln hatte es Schnee. Musste es auch weil hier war Glen Coe. Auch ein Wintersportzentrum. Muss man sich wie am Atzmännig oder so vorstellen. Ein bisschen grösser vielleicht. Wir aber wollten hoch hinaus und fuhren weiter.

Bis dann Lindsey, unsere Beifahrerin auf die Idee kam mal beim Ben Nevis anzurufen. Und tatsächlich. Das Zentrum war geschlossen weil es zu fest windete, und würde nicht mehr aufgehen heute. Nach ein paar kurzen Telefonaten war der Entschluss gefasst. Zurück zur Glen Coe Skistation. Dort regnete es im Tal. Und die Schlange vor der Mietstation war lang und die vor der Ticket Ausgabe länger. Zum Glück hatte ich eine wasserdichte Jacke und gute Schuhe dabei.

Das war die erste Dusche an diesem Tag. Anstehen im Regen um ein paar Skis zu mieten. Genauso hatte ich es mir vorgestellt. Miete Board 12 Pfund und Ticket 20 Pfund. Also zusammen ein bisschen mehr als CHF 70. Auch nicht gerade günstig!! Zu diesem Zeitpunkt glaubte ich noch immer fest daran dass es dann auf dem Berg nicht regnen würde. Aber irgendwie ging das Gondeli einfach nicht genug hoch den Berg hinauf.

Auf dem Plan sah es noch nach einigen Liften aus mit etwa 7-10 Pisten. Offen waren dann tatsächlich 3. Für jeden Lift eine. Signalisiert war nichts. Pistenabgrenzungen kennen sie nicht und warten vor dem Skilift können sie auch nicht. Da geht einfach die Schlange in einerreihe den Berg hinauf. Auch nicht gerade angenehm mit dem Snowboard. Denn absitzen in den sehr nassen Schnee will man auch nicht. Vor allem dann nicht wenn der Hosenboden schon nass ist. ;-)

Nach dem ersten Skilift und der Abfahrt wollte ich aufgeben und ins Kaffee sitzen. Doch dann entschied ich mich doch noch mit dem zweiten Lift ganz den Berg hinauf. Inzwischen regnete und schneite es so ein durcheinander. Der Wind blies stark und es war kalt und mir war miserabel. Oben auf dem Berg angelangt: Vor lauter Nebel sah man gar nichts. Pistenmarkierungen wie gesagt nicht vorhanden.

Und ich erfinde dieses schlechte Wetter nicht. Es war wirklich hundsmiserabel.

Also los ins Abenteuer. Es hatte dann sogar einen Schanze wo ich mir jedesmal den Hals gebrochen hätte wenn der Schnee dank des Regens nicht so weich gewesen wäre. Schlussendlich fuhren wir dann doch bis etwa 2.30 und dann gings zurück ins Tal wo sie im Restaurant im Moment weder Kräutertee noch Kaffe hatten und die Leiden des jungen R aus Z in G weitergingen.

Alles in allem ein wunderschönes Erlebnis (heuchel). Interessant wars allemal Wasserskifahren in den Bergen sozusagen.

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